Neues vom Bundenetzwerk

Bericht Potsdam November 2017 und Lauffen am Neckar 2018

Heike und Lars haben als Delegierte des Vorstandes und Vertreter des Netzwerk Schulsozialarbeit Baden-Württemberg an den beiden Bundestreffen teilgenommen. Wir  fassen das Aktuelle und die Ergebnisse in einem Bericht zusammen.

Das Bundesnetzwerk ist im Augenblick ein Zusammenschluss von Landesarbeitskreisen, Landesarbeitsgemeinschaften, Landesfachverbänden und Netzwerken der Schulsozialarbeit, die jeweils auf Landesebene als Vertretungen für Schulsozialarbeiter*innen agieren. Momentan arbeiten elf Bundesländer aktiv im Bundesnetzwerk mit. Berlin, Hamburg, Saarland und Thüringen fehlen noch (teilweise existiert dort kein Zusammenschluss auf Länderebene) und Bayern ist sich noch nicht im Klaren, in welcher Form sie ggf. eine Mitarbeit anstreben. Für die fehlenden Bundesländer besteht die Möglichkeit einer Mitarbeit über einen Gaststatus, so dass auch interessierte Schulsozialarbeiter*innen die Möglichkeit haben zu partizipieren mit dem Ziel ein eigene Vertretung in ihrem Bundesland aufzubauen.

Inhaltlich ist sehr viel passiert. Das Bundesnetzwerk hat in Potsdam „ein Selbstverständnis“ erarbeitet (http://www.bundesnetzwerk-schulsozialarbeit.de/gruendungserklaerung-selbstverstaendnis/). Es gab ein Treffen mit dem Kooperationsverbund Schulsozialarbeit, in welchem wir über unsere gemeinsame Zusammenarbeit gesprochen haben. So wird zukünftig zu jedem zweiten Treffen ein Vertreter des Bundesnetzwerkes bzw. des Kooperationsverbundes eingeladen und darüber hinaus zu Sonderveranstaltungen. Beiden Zusammenschlüssen ist die Kooperation wichtig, um mittel- bzw. langfristig auf Bundesebene etwas erreichen zu können. Zudem wurde an einem ersten Satzungsentwurf gearbeitet, falls das Bundesnetzwerk zum e.V. werden sollte.

Am 08.+ 09. März war das Bundesnetzwerk zu Gast in Baden-Württemberg und wir glauben, das Netzwerk hat das „Ländle“ gut vertreten. Durch eine Doppelbuchung des ursprünglichen Raumes sahen wir uns plötzlich im ehrwürdigen Ambiente des Lauffener Rathauses wieder. Und wer, wie ich (Lars) noch nie dort gewesen ist, war beeindruckt von dieser Kulisse – der Ratssaal ist Teil der ehemaligen Grafenburg und wenn man durch den Turm in die erste Etage gestiegen ist, kam man in eine Art Rittersaal mit entsprechender Tafel. Es gab so gut wie niemanden, der nicht sein Handy gezückt hätte, um Bilder zu machen.

Aber zurück zu den Inhalten – erster wesentlicher Punkt war die Weiterarbeit an der Satzung. Der Entwurf wird nun ehrenamtlich von einem Rechtsanwalt geprüft, so dass die Satzung bei Vereinsgründung rechtlich einwandfrei wäre. Die Diskussion, ob Vereinsgründung oder nicht, ist noch nicht abgeschlossen. Wesentlicher Faktor dafür ist die Möglichkeit Fördergelder beantragen, Spenden einnehmen und ggf. auch Mitgliedsbeiträge einnehmen zu können. Viel Diskussionsstoff beinhaltet momentan die Frage, was passiert, wenn in einem Bundesland plötzlich mehrere Ländervertretungen entstehen würden. Wie verhält sich dies bzgl. der Abstimmungsmöglichkeiten, so dass das Stimmverhältnis nicht verrutscht. Die Arbeit an der Satzung wird also  noch eine Weile andauern.

Des Weiteren haben wir uns mit der Kunkel-Expertise beschäftigt. Die mögliche rechtliche Verankerung der Schulsozialarbeit im SGB VIII wirft viele Fragen auf, da die Finanzierung und (in)direkte rechtliche Aufhängung der Schulsozialarbeit in den Bundesländer sehr unterschiedlich ist. Was hätte beispielsweise eine Verankerung im SGB VIII für die Bundesländer zur Folge, in denen die Schulsozialarbeit nicht über das KJHG sondern im Schulgesetz verankert ist? Entsprechend haben die Bundesländer für das nächste Treffen im Oktober einiges an „Hausaufgaben“ bzgl. gesetzlicher Recherche im eigenen Bundesland mitbekommen.

Wir glauben, dass mit der Gründung des Bundesnetzwerkes mittelfristig eine hervorragende politische und fachliche Vertretung der Schulsozialarbeiter*innen auf Bundesebene stattfinden wird, die damit auch die Situation in den Bundesländern beeinflussen wird. Wir werden euch bei der nächsten Mitgliederversammlung im November weiter berichten können.

Drucken