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| Entwicklung der Schulsozialarbeit in den letzten 30 Jahren |
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| Geschrieben von: Regina Groth-Kramer |
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Meine „ältesten" Materialien vom LWV Württemberg-Hohenzollern zur Schulsozialarbeit sind von 1988. Das ist 20 Jahre her. Vieles ist seither vergriffen. Mittlerweile heißt der Landeswohlfahrtsverband KVJS und die Trennung Württemberg-Hohenzollern und Baden ist aufgehoben. Ich selbst habe im April 1992 gleich nach dem Studium voller Idealismus meine erste Anstellung im Bereich Schulsozialarbeit ergattert (es handelte sich um eine ABM-Stelle), mein Schwerpunkt war Mädchen in der Berufsorientierung. Der LWV führte zu dieser Zeit das bedeutsame Förderprogramm „Schulsozialarbeit" durch, bei dem es nach einer großzügigen Anschubfinanzierung von Stellen im Bereich Schulsozialarbeit darum ging tragfähige Folgefinanzierungen zu realisieren, was auch zum großen Teil gelang. In Württemberg war dies der Beginn der Etablierung von Schulsozialarbeit, in Baden dagegen wurde das Modell „Hort an der Schule" favorisiert. Als 1993 in Birkach der Landesverband Schulsozialarbeit mit viel Engagement und Zuversicht gegründet wurde, begann eine erste Vernetzung auf Landesebene, die heute das Netzwerk Schulsozialarbeit vorantreibt. Ein Zitat von 1988 aus den Materialien des LWV gibt die Situation aus dieser Zeit wieder: „ Schulsozialarbeit ist auf dem Weg, ein eigenständiges Berufsfeld der Sozialarbeit zu werden. Trotz beträchtlicher Unterschiede in organisatorischer und konzeptioneller Hinsicht wird nach nunmehr 10-jähriger Erfahrung in Modellprojekten aller Schulformen ihr Profil klarer. Schlagwörter waren Prävention, Intervention, Koordination und Netzwerkarbeit. Die Rechtsgrundlage für Schulsozialarbeit kam mit dem 1991 verabschiedeten KJHG (§13 wird heute noch gerne zitiert) und der Veröffentlichung des 8. Jugendberichtes 1990, der unter dem Stichwort Lebenswelten verfasst wurde. Schulsozialarbeit wird als passendes Instrument um gesellschaftsbedingte Veränderungen und veränderten Lebenslagen von Jungen und Mädchen Rechnung zu tragen, gesehen. 1997 trugen Broschüren bereits Titel wie „Jugendhilfe und Schule: Projekte des Zusammenwirkens in Baden-Württemberg", im September 2000 wird die Broschüre des LWV Württemberg-Hohenzollern „Schulsozialarbeit - eine Erfolgsbilanz - Resümee aus 15 Jahren" veröffentlicht. Ich kann mich noch gut an die leidige Diskussion zum Thema „Standards in der Schulsozialarbeit" erinnern. Hier ging es neben tatsächlichen Inhalten von Schulsozialarbeit auch um eine rein arbeitstechnischen Grundausstattung (Räumlichkeiten, ein eigener Telefonanschluss etc.) und Fragen nach z.B. einer möglichen Teilnahme an Konferenzen oder „wie komme ich an Informationen". Was denn nun Schulsozialarbeit ist und welche Arbeitsschwerpunkte sie beinhaltet wurde dann in den Richtlinien zur Schulsozialarbeit vom Landesverband verabschiedet. Eine tatsächliche Akzeptanz der sozialpädagogischen Profession erforderte und erfordert nach wie vor ein eigenes klares Berufsbild. Da eine Arbeitsbasis meist erst erarbeitet werden muss, quasi in einem „fremden" und stark hierarchisch geprägten System, war und ist eine politische Grundhaltung sehr hilfreich, um nicht vom System Schule vereinnahmt und funktionalisiert zu werden. Doch Schulsozialarbeit bedeutet auch heute noch Sand im Getriebe zu sein, festgefahrene Strukturen zu überdenken und Kooperationschancen anzuregen. Auch wenn heute vieles selbstverständlicher ist, ist diese Arbeit an vielen Schulen neu. Auch für alle, die neu und oft als Einzelperson in diesem außergewöhnlichen Arbeitsfeld tätig sind. Gerade deshalb ist es wichtig vernetzt zu arbeiten, vor Ort und landesweit. Denn die Erwartungen sind hoch und können nur gemeinsam an Wirklichkeiten angemessen werden.
Regina Groth-Kramer |
