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Allgemeine Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeit Drucken
Geschrieben von: Benjamin Lachat   

Als allgemeine Handlungsprinzipien der Schulsozialarbeit werden die im Achten Jugendbericht erwähnten sechs Strukturmaximen herangezogen, die inzwischen als Leitbild der Jugendhilfe dienen.

  • Prävention
  • Dezentralisierung/ Regionalisierung
  • Alltagsorientierung
  • Integration-Normalisierung
  • Partizipation
  • Lebensweltorientierung zwischen Hilfe und Kontrolle

vgl. Bundesministerium für Familie, Jugend, Frauen und Gesundheit BMFJFG (Hrsg.): Achter Jugendbericht : Bericht über Bestrebungen und Leistungen der Jugendhilfe.

 

 

Prävention

Die Schulsozialarbeit setzt sich in der Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit allen am Schulleben Beteiligten für positive Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen an der jeweiligen Schule ein. Sie trägt dazu bei, Räume zur persönlichen Entfaltung für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Sie entwickelt Beratungsangebote, vorbeugende Hilfen und Vernetzungsstrukturen, die es Kindern und Jugendlichen erleichtert, mit anforderungsreichen Lebenssituationen und -lagen in- und außerhalb der Schule zurecht zu kommen.

 

Dezentralisierung/ Regionalisierung

Die Schulsozialarbeit wirkt unmittelbar am Lebensort Schule und bietet somit einen kurzen Weg der Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien zur Jugendhilfe. Die Fachkräfte betten ihre Angebote in vorhandene Kooperations- und Netzwerkstrukturen von Schule und Jugendhilfe in der Kommune und im Landkreis ein und tragen aktiv zu deren Weiterentwicklung bei.

 

Alltagsorientierung

Allen Adressaten sind die Angebote der Schulsozialarbeit leicht zugänglich. In der Ausgestaltung der Angebote orientieren sich die Fachkräfte an der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien und betrachten diese ganzheitlich.

 

Integration-Normalisierung

Die Schulsozialarbeit richtet ihre Angebote darauf aus, prinzipiell alle Kinder, Jugendlichen, Erziehungsberechtigten und Lehrer zu erreichen. Auch nicht „normalen“ Strategien der Lebensbewältigung und Lebenseinstellung stehen die Fachkräfte offen gegenüber. Sie erkennen und thematisieren strukturelle Integrationshemmnisse und unangebrachte Anpassungserwartungen innerhalb der jeweiligen Schule. Sie wirken mit ihrem Handeln integrierend, ohne eine Anpassung bei den Adressaten zu beanspruchen.

 

Partizipation

Die Fachkräfte der Schulsozialarbeit nehmen die Adressaten als Subjekte ihres Lebens ernst. Sie unterstützen sie bei einer von ihnen gestalteten, selbst verantworteten und für sie befriedigenden Lebensführung.  In diesem Sinne werden die Zielgruppen der Schulsozialarbeit aktiv an der Entwicklung von Angeboten beteiligt und auch im weiteren Verlauf zur Mitgestaltung angeregt.

 

Lebensweltorientierung zwischen Hilfe und Kontrolle

Der im SGB VIII formulierte – widersprüchliche – öffentliche Auftrag zur Hilfe einerseits und Kontrolle andererseits prägt auch die Schulsozialarbeit. Einerseits stellen die Fachkräfte Hilfen bereit. Andererseits erwarten Gesellschaft, Politik und Schule von ihnen Kontrolle. „Für eine fachkompetente Hilfe ist es wichtig, dass die SchulsozialarbeiterInnen unabhängig arbeiten können und allein der (sozialpädagogischen) Fachlichkeit verpflichtet sind. Zur Begrenzung der Kontrollfunktion von Schulsozialarbeit muss es im Sinne der Lebensweltorientierung – von einer Kindeswohlgefährdung abgesehen – möglich sein, sich den Angeboten der Schulsozialarbeit zu entziehen.“

vgl. Karsten Speck : Schulsozialarbeit: Eine Einführung

 
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